19. März 2012

Tagebucheintrag 19. März

Hm, warum ich euch an meinen intimsten Geheimnissen teil haben lasse? Ich habe nur eine Vermutung...Ich denke ich versuche mir auf diese Art und Weise erneut euer Verständnis zu erkaufen. Anderes kann ich mir nicht denken, wieso ich das tue...

Bin ich unzufrieden? Oh ja, natürlich! Will ich nur alles geschenkt bekommen und nie etwas dafür tun? Nie dafür arbeiten? Mir nie den Arsch aufreißen?! Nie dafür schuften?! Oh ja! Warum? Ich weiß es irgendwie nicht. Warum will ich für Anerkennung und Erfolg nie arbeiten? Warum nie erschaffen und entwickeln? Warum immer sofort haben wollen und nie dafür etwas tun? 
Vielleicht weil ich mir selber nie vertraue? Nie glaube, dass ich es erreichen kann? Das es gut werden könnte? Das ich es von Anfang bis Ende durchhalte und beende? 
Ich glaube wohl wirklich nicht an mich. Glaube nicht daran, dass es gut und angesehen wird. Dass es ausreicht, was ich tue.

Die Enttäuschung wäre so unerträglich! Daher traue ich mich nicht, - wage ich es nicht -, es zu versuchen! Weil es leider so tief in meinem Kopf sitzt, dass ich das alles nie für mich tun werde! Doch nur für die böse, kalte, stets unzufriedene Welt. Mit ihren schadenfrohen Augen glotzt sie auf mich herab und lechzst, wartet nur darauf, dass ich Fehler mache. Dass ich mich zum Gespött mache! Das ich scheitere. Damit sie sich noch viel besser fühlen kann. Viel klüger. Hochtrabender. Von Oben herab. Damit die Leute keine Angst um eine neue Konkurrzenz haben müssen. Damit sie keine Bedrohung sehen und spüren brauchen.

Ich habe so große Angst vor dem Scheitern. Vor die Schwere der Arbeit. Ich glaube nicht an mich. Es wäre so schrecklich für mich, wenn ich anhand der Steine, und wären sie noch so klein, scheitern würde, die mir in den Weg gelegt werden würden. Ich sehe es nicht als Ansporn. Ich sehe es nicht als Motivation! Sehe es nicht euphorisch. Es stärkt mich nicht. Es zerbricht mich.

Ich traue mich nicht. Ich habe so eine riesen, unüberwindbare Angst vor Fehlern. Vor dem Versagen. Ich schäme sehr dafür. Ich würde mich hassen! Es wäre unerträglich für mich damit weiter zu leben. Die Verzweiflung fühlt sich so gigantisch an.

Kann ich doch nur dann leben, nur dann überleben, wenn ich was tue. Meine Existens nur dann sichern, wenn ich was erschaffe und dafür abreite. Doch ich tue nichts. Stehe nur stumm da. Fühle mich hilflos und bedauere mich selbst um diese Zwickmühle. Sehe mich nicht in der Lage etwas zu verändern. Da gegen anzukämpfen. Die Angst ist zu groß! Ich will nicht scheitern! ich will nicht immer verlieren! Ich will nicht damit leben!

Doch stehe ich Jahr, um Jahr, um Jahr schon so lange auf die Seite, der Verlierer. Da ich nie etwas in Bewegung bringe um da raus zu kommen. Mich nur ständig darum bemitleide. Ich weiß um diese Fehler, doch es reicht nicht aus. 

Ich will nur immer alles geschenkt bekommen. Dann weiß ich, dass es gut ist. Das es nur gut sein kann! Weil es von außen her kommt. Nicht von mir! Von Außen! Jemanden, der an sich glaubt. Er gibt es mir! Ein bisschen von der Sicherheit. Ich könnte damit endlich leben. Es käme schließlich von mir. Ich bräuchte keine Angst haben, dass ich mir etwas Falsches ausgesucht hätte, da es von jemanden ist, der stark sei, keine Angst hat und an sich glaubt! 

Wie sehr wünsche ich mir nur, dass man es mir schenkt! Doch wird das nie passieren. Denn die Welt ist kalt und grausam. Will gehässig und schadenfroh sehen, wie ich versage und scheitere. Daher wird sie mir nie etwas schenken und ich wage es nicht, etwas zu tun. Weil ich es nicht ertragen kann, wenn sie über mich lachen würden. Mich verspotten. Denn schließlich erwarte und verlange ich etwas so selbstverständlich, dass sie mich nur verachten können. Dabei verstehen sie nicht, warum ich es mir so dreist ersehne und herbei wünsche. Sie wissen nicht, wie sehr ich mich für diesen Wunsch schäme...

Nur wie soll ich je aus diesen Teufelskreis raus kommen, wenn alles auf beiden Seiten still steht und keiner sich je rühren wird? 

Meine Leser